By Timo-Kolja Pförtner

Dem europäischen Prinzip zur sozialen Gerechtigkeit, gleichberechtigten Teilhabe und medizinischen Vorsorge wird trotz erheblicher Anstrengungen auch gegenwärtig in weiten Teilen Europas widersprochen. Denn in vielen europäischen Ländern geht die soziale Benachteiligung mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung einher, die einer Verwirklichung möglicher Lebenschancen entgegensteht. Timo-Kolja Pförtner diskutiert auf foundation theoretischer Ansätze und intereuropäischer Vergleichsstudien die Möglichkeit, das gesundheitliche Befinden der in Armut lebenden Bevölkerung zu verbessern.

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Von ca. 29 Diese Ergebnisse beziehen sich auf internationale wie regionale Unterschiede, wobei die Lebenserwartung und eine Vielzahl weiterer Indikatoren der Morbidität als Gesundheitsindikatoren genutzt wurden. ). Speziell für den internationalen wie auch amerikanischen Raum konnte die Hypothese über die Beziehung zwischen der ökonomischen Ungleichheit und der allgemeinen Gesundheit bestätigt werden. Schließlich haben auch Kondo et al. (2009a, 2012) in ihren jüngst publizierten Metaanalysen über Studien mit einem mehrebenenanalytischen Schwerpunkt ein signifikant negatives Verhältnis zwischen der Einkommensungleichheit und den Indikatoren der Gesundheit aufzeigen können.

Ist eine Person demnach über einen spezifischen Zeitraum gesundheitlichen Einschränkungen ausgesetzt, steigt das Risiko, in die Armut abzusteigen bzw. dort zu verweilen. ) zwei Selektionsmechanismen identifizieren können: eine natürliche und eine soziale Selektion. Einerseits kann die Beziehung zwischen Armut und Gesundheit auf einem natürlichen Selektionsprozess beruhen. 13 Die prädispositionale Benachteiligung wirkt sich von Geburt an negativ auf den ökonomischen Werdegang aus. So werden die beruflichen wie finanziellen Potenziale bereits im Schulalter durch die körperliche und/oder geistige Verfassung der betroffenen Person determiniert.

Die psychologische bzw. transaktionale Sichtweise setzt am Wahrnehmungsprozess von kritischen Lebensereignissen an und diskutiert die Wechselwirkung zwischen Person und Situation und den daraus resultierenden Kognitionsprozessen über die subjektive Einschätzung einer möglichen Stresssituation. Das maßgeblich von Lazarus (1991, 1999) entwickelte Modell zur kognitivtransaktionalen Stresstheorie definiert im Rahmen dieser Denkrichtung zwei Prozesse, die bei der Einschätzung über einen möglichen (armutsbezogenen) Stressor relevant sind.

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